Da ich momentan nur beschränkt Zeit für fröhliche Freizeitbeschäftigungen wie Bloggen finde, verweise ich gerne auf einen
lesenswerten Artikel zum Thema Freiheitsrechte im Vereinigten Königreich aus dem
Monde Diplomatique.
Der Text listet nicht nur die dräuenden Bedrohungen für die Freiheitsrechte der Briten auf, sondern bietet auch einen träfen Einblick in das historisch geprägte (Rechts-)Denken im Königreich. Hier ein kleiner Ausschnitt:
"Dank seiner absoluten Macht könnte das Parlament bis heute mit einfacher Mehrheit jedes Menschenrecht aufheben, ohne dass es ein "höheres Recht" gäbe. Frau Thatcher war 1986 in der Lage, den Greater London Council und damit das demokratische Vertretungsorgan von zehn Millionen Menschen einfach abzuschaffen. Dafür wäre sie in jedem europäischen Verfassungsstaat vor Gericht gestellt und wahrscheinlich ins Gefängnis gesteckt worden. Die "Souveränität des Volkes" ist in der Vorstellungswelt englischer Politiker nicht existent. Das macht es schwierig, individuelle Menschenrechte gegen einen aggressiven "Überwachungsstaat" durchzusetzen und abzusichern.
Die Gefährdung der britischen Freiheit geht nicht von einer einzelnen Ursache aus - wie dem Aufstieg einer autoritären Partei oder Plänen zu einer Art Ermächtigungsgesetz. Sie kommt vielmehr aus einer Vielzahl kleiner Maßnahmen und staatlicher Praktiken, die zumeist auf das Konto der "New Labour"-Regierungen von Tony Blair und Gordon Brown gehen. Sie alle zusammen bilden das Gerüst eines Staats, der die Sicherheit über die Freiheit stellt."
Zum Artikel.
gebsn - Freitag, 17. April 2009, 10:12
Auf meiner
Flickr-Seite gibt es Bildmaterial en masse vom samstäglichen Besuch der schmucken Universitätsstadt
Oxford. Dort stehen nicht nur Colleges, die älter als die Eidgenossenschaft sind, sondern auch die zum gemütlichen Bier- und Pubfoodverzehr einladende
"Turf Tavern", in welcher - angeblich - Bill Clinton nicht inhaliert haben soll (siehe Photo oben).
Zu den Fotos auf der Flickr-Seite.
gebsn - Montag, 13. April 2009, 17:27
Gestern beim Frühstück konnte ich eine wundersame Erscheingung auf der Rückseite meiner Teetasse entdecken (siehe Bildbeweis oben). Stramm nicht-religiös und kein bisschen abergläubisch wurde mir für eine Nanosekunde doch etwas mumm. Das hab ich nun von meinem ach so aufgeklärten
Agnostizismus und meiner - ha, ha - lustigen Tasse, dachte ich mir.
Aber was will ER mir denn mit seinem etwas ungelenken Malversuchen auf meiner Tasse sagen? Finger weg vom Tee (Koffein!)? Bitte weniger büffeln, sonst platzt die Birne? Gründe eine Sekte, schere Jünger um dich und mach dir die Erde untertan? Mehr Zeichen tun not, HErr.
gebsn - Montag, 6. April 2009, 18:30
Vom Leben gebeutelt: Gestern noch stolzes Behältnis für Zuckerplörre, heute drangsaliert von abgehalfterten Zigarettenkippen.
Die St Ann’s Road, an der wir residieren, ist der Röstigraben von Westlondon. Auf der östlichen Seite der Strasse findet man luxuriöse Häuser aus der viktorianischen Zeit, schmucke Privatparks und teure Vehikel. Auf der anderen Seite stehen der schäbige Supermarkt "Costcutter", düstere Sozialwohnungshochhäuser und ein paar rostige Drahtesel.
Auf diesem beinahe surrealen Grenzgebiet zwischen dem reichen wie pittoresken Holland Park und dem ärmlichen Pflaster Shepherd's Bush kann man täglich die bizarrsten Szenen und Gestalten erleben. So wie kürzlich vor dem "Costcutter", der immer wieder für eine spannende Szene gut ist:
Um ein parkiertes Auto hatte sich ein Streit erhoben. Und nicht irgendeiner. Durch die ganze Gegend waren die lauten und unfreundlichen Worte zu hören. Der Grund für die Aufregung war nicht ersichtlich, aber die Aufregung umso mehr. Ein Mann gesetzten Alters beschimpfte die Lenkerin aus sicherer Distanz. Fäuste wurden erhoben, Drohungen ausgestossen. Die junge, durchaus aufgebrachte Besitzerin des Fahrzeugs war kaum zu bremsen. Immer näher wütetete sie sich Richtung Widersacher. Eine handgreifliche Eskalation schien unvermeidlich. Doch da, wer endete schlichtend den Streit? Der lokale Junkie mit einem Bier in der Hand.
P.S. Unsere Gegend gibt's jetzt auch in 3D bei
Google Street View.
gebsn - Sonntag, 5. April 2009, 12:40
Aufgrund der dräuenden, ja drohenden Prüfungen muss ich für die nächsten zwo Monate blogmässig noch kürzer treten als bis anhin. Das eine oder andere Episödchen aus meine Leben mag es noch in die virtuelle Welt schaffen, für mehr kann ich aber nicht garantieren.
Regelmässigere Kost gibt's weiterhin auf meinem
Foto-Account bei Flickr.
gebsn - Dienstag, 31. März 2009, 07:43
Und die NZZ, mit der ich ausnahmsweise mal die Abstimmungsparole teile,
sagt wieso:
"Stein des Anstosses ist der Umstand, dass die biometrischen Daten auf einer zentralen Datenbank beim Bundesamt für Polizei gespeichert werden sollen. Der Schengen-Acquis fordert derlei nicht. Also ist nicht einzusehen, warum jeder Passbesitzer seine persönlichen Daten dem Staat übergeben soll. ... Umfassende Datenbanken wecken nach aller Erfahrung Begehrlichkeiten. Auch wenn die Regierung einstweilen versichert, dass die Daten nicht für Fahndungszwecke verwendet werden sollen, ist dies in Zukunft nicht auszuschliessen."
So isses. Deshalb am 17. Mai unbedingt ein "Nein" zur Einführung von elektronisch gespeicherten biometrischen Daten im Schweizer Pass einlegen.
(
via Journalistenschredder)
gebsn - Freitag, 27. März 2009, 14:07
Erstaunlicherweise hat der Volksmund das Sprichwort "Wo die Fritten spriessen, ist der Frühling nicht weit" noch (!) nicht inkorporiert.
Mehr
Postkarten. Mehr
Fotos.
gebsn - Mittwoch, 18. März 2009, 19:43
"... but at a European level, consolidation and concentration may be pushing energy prices higher, analysts says. "We've got an oligopolist electricity and gas market which looks a lot like the oil market - not at all what was intended,""
Höhere Preise und oligopolistische Strukturen dank der Liberalisierung des Energiemarktes. Wenn sogar der weissgott privatisierungsfreundliche
"The Economist" zu diesem Fazit kommt, dann ist die Schweiz als glücklicher Nachzügler gut beraten, die Finger von der (weiteren) Privatsierung unserer Energielieferanten zu lassen.
gebsn - Freitag, 6. März 2009, 12:52
Wenn sich meiner einer als
Bud Spencer und Terence Hill-Fan outet, folgen nicht selten skeptische bis bemitleidende Blicke. Denn Unkundige assoziieren das Filmwerk des italienischen Duos nach wie vor primär mit kindischen Prügeleien. Dies wird aber zumindest der deutschen Übersetzung der Filme nicht gerecht. Findet sich doch in den spencerhillschen Klassikern ein Reichtum an Sprachperlen, der einem die Freudentränen in die glücklichen Augen treibt. Nur ein paar
Beispiele aus dem Kracher "Zwei ausser Rand und Band".
- Mc Bride: "Sagen Sie mal, gehören da nicht von links- und rechtswegen zwei Türen dran?"
- Kirby: "Dürft ich mal telefonieren?" - Fred: "Aber ganz im Gegenteil!"
- Kirby: "Damit hier mal eines herrscht, und zwar Klarheit!"
- Pfleger: "Ist ja auch ein Wetterchen heute." - Kirby: "Stimmt kann man zwei draus machen."
- Kirby: "Horsche mal Kollege, wir wär’n kein schlecht Gespann. Ich bin Matt Kirby, genannt der Kürbis." - Walsh: "Und ich bin SAUER!" - Kirby: "Auch 'n werter Name, passt vor allen Dingen."
Ach, da bleibe ich gerne Kind.
gebsn - Donnerstag, 26. Februar 2009, 10:48
Höchst ungern klopfe ich mir selbst auf die Schultern. Meine Leistung im schweisstreibenden Ausverkaufsgerangel kurz nach Weihnachten verlangt jedoch zwingend nach einer kurzen Würdigung an dieser Stelle:
Steife Brise, Sonnenschein. Es war ein kalter Tag. Aber ein schöner Tag. Bis ich zur nahe gelegenen Shopping Mall gelangte. Soweit das Auge reichte, wogte und wabberte die einkaufende Masse. Ein dichter, träger Organismus, der in alle Ecken und Enden der Gebäudlichkeiten drängte.
Ich hatte - im Gegensatz zur grossmehrheitlichen Anzahl der gemütlich schlendernden Shopping-Nichtsnutze - eine präzise Vorstellung, was ich wo zu welchem Preis zu erwerben gedachte. Was ich nicht hatte: Zeit. Und natürlich lag mein Ziel am fernen Ende der Mall. Und eine geschätzte Trilliarde Menschen dazwischen. Ich nahm noch einmal tief Atem und warf mich ins Getümmel.
Zielstrebig und im Eilschritt manövrierte ich mich durch die enervierend tranige Masse der Shopwütigen. Ich berechnete meine Laufwege viele Meter vorweg, kalkulierte die wahrscheinlichen Bewegungen meiner Gegner. Aus dem Weg, Alterchen! Meinen Bahnen kreuzende Passanten warf ich tödliche Blicke zu. Mein Herz pochte, das Adrenalin strömte. Von den psychologischen Spielchen meiner Gegner liess ich mich nicht irritieren: Wer zuerst durch die Tür ist, hat gewonnen. Da hilft auch kein sarkastisches "after you".
Da, nicht fern, leuchtet das Signet, das Ziel ist nah. „Schneller, schneller!“, trieb ich mich an. Ich flutschte zwischen Familien durch, überholte hier und da, umkurvte Menschen wie Slalomstangen. Die letzten Meter. Jetzt noch mal alle Kraft sammeln. Ausweichen links, rechts, zwei schnelle Schritte. Und da ist das Ziel! Durch, vorbei, Rekordzeit!
"Tomba la Bomba" wäre stolz auf mich gewesen. Und hätte vielleicht, aber nur vielleicht, sogar eine Sekunde von seiner notorischen Anbaggerei abgelassen, um meine eleganten wie rasanten Einkaufsstil in der Wiederholung zu bewundern.
gebsn - Mittwoch, 25. Februar 2009, 07:49