[>>]

Tipps

Krieg und Terror: Eine Geschichtslektion

Kabarettist Volker Pispers hält eine brillante Geschichtslektion über Krieg und Terror am Ende des 20. Jahrhunderts. Eine knappe Stunde beste Unterhaltung und Bildung.

Substanz hat dankenswerterweise die YouTube-Schnipsel auf einer Seite zusammengestellt.

Fleischzeichner Ruedi Widmer

Ruedi Widmer mag einigen dank seiner Karikaturen für die WOZ und den Tagi oder seinen Beiträgen für den Landboten bekannt sein. Sein wirkliches Meisterwerk, das ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unsterblich in die Annalen der Kunstgeschichte eingehen lässt, ist hingegen die für die Satirezeitschrift Titanic erschaffene Epochalserie "Die Wirklichkeit, mit Fleisch nachempfunden".

© Ruedi Widmer
© Ruedi Widmer

Sein Talent, die existentiellen Fragen der Menschheit mithilfe von krudem Fleisch exemplarisch zu erforschen, fordert schluchzende Bewunderung. Eigenwillige Komposition und Liebe für das Medium resultieren in einer furiosen Bilderserie, die keine Schwächen oder kommerzielle Kompromisse kennt.

Umso unglaublicher, dass das international noch unentdeckte Wunderkind aus Winterthur seine bald unbezahlbaren Werke dem geneigten Publikum unentgeltlich im Internet zur Verfügung stellt. Zuschlagen!

Homepage
Serie "Die Wirklichkeit, mit Fleisch nachempfunden"

Das Mädchen und der Roboter

Feinste elektronische Tanzmusik oder überirdisch grandioser Pop? Wurstegal, denn eins steht fest: Röyksopps "The Girl and the Robot" ist das Herrlichste, was mir in den letzten Paar Monaten die Innenohrhärchen verweht hat.

The Girl And The Robot from Röyksopp on Vimeo.


Auch der Rest des Albums "Junior" ist dufte und deshalb wärmstens zum Erwerb empfohlen.

Hintergründe zur Schweinegrippe

Mangelde Vorschriften für Tierhaltung, einseitiger Ansatz der "viralen Aufstandsbekämpfung", fehlendes Wissen und Koordination ... viele Gründe führten zur pandemieartigen Ausbreitung der Schweinegrippe. Dies berichtet Mike Davies im WOZ-Artikel "Kapitalismus im Nasenloch". Das Resümee:

"Doch das Entscheidende ist letztlich, den grösseren Zusammenhang herzustellen: von der verfehlten Pandemiestrategie der WHO, dem weiteren Zerfall der weltweiten Gesundheitsversorgung, den grossen Pharmakonzernen, die lebenswichtige Medikamente in ihrer Kontrolle behalten, und der Katastrophe der industriell und ökologisch aus den Fugen geratenen Tierproduktion."

Zum Artikel.

Bud Spencer und Terence Hill

Wenn sich meiner einer als Bud Spencer und Terence Hill-Fan outet, folgen nicht selten skeptische bis bemitleidende Blicke. Denn Unkundige assoziieren das Filmwerk des italienischen Duos nach wie vor primär mit kindischen Prügeleien. Dies wird aber zumindest der deutschen Übersetzung der Filme nicht gerecht. Findet sich doch in den spencerhillschen Klassikern ein Reichtum an Sprachperlen, der einem die Freudentränen in die glücklichen Augen treibt. Nur ein paar Beispiele aus dem Kracher "Zwei ausser Rand und Band".
  • Mc Bride: "Sagen Sie mal, gehören da nicht von links- und rechtswegen zwei Türen dran?"
  • Kirby: "Dürft ich mal telefonieren?" - Fred: "Aber ganz im Gegenteil!"
  • Kirby: "Damit hier mal eines herrscht, und zwar Klarheit!"
  • Pfleger: "Ist ja auch ein Wetterchen heute." - Kirby: "Stimmt kann man zwei draus machen."
  • Kirby: "Horsche mal Kollege, wir wär’n kein schlecht Gespann. Ich bin Matt Kirby, genannt der Kürbis." - Walsh: "Und ich bin SAUER!" - Kirby: "Auch 'n werter Name, passt vor allen Dingen."
Ach, da bleibe ich gerne Kind.

Die Zerstörung der Welt

Je älter man wird, desto seltener die Bücher, die einen umhauen, überraschen, begeistern. Aber es gibt sie noch. In der spärlichen Zeit, in der ich keine juristischen Schmöker wälze, habe ich dieser Tage ein brillantes Stück Buch gelesen.

"Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung" heisst das Werk und ist die Niederschrift von Robert Menasses Poetikvorlesung. Poetik? Auch, aber Menasse nutzt die Gelegenheit für einen fulminanten wie wortgewaltigen Angriff auf den Zustand der Welt und unser fehlendes Engagement, sie zum Besseren zu ändern.

Drei Auszüge:
"Unser System versprach wachsende Freiheit, Sicherheit und Partizipation – es hat dieses Versprechen erfüllt. Leider nicht uns. Sonder nur dem Kapital."

"Steuerbefreiung für grosse Unternehmen und Konzerne, wodurch sozialpolitische Einsparungen notwendig werden, die wiederum aufgefangen werden durch Wiedereinführung von Formen des Arbeitsdiensts. Verstärkte Investition in Rüstung und staatliche, nicht gesellschaftlich konsumierbare Güter, Beschneidung des individuellen Konsums. Rückkehr von der relativen zur absoluten Mehrwertproduktion, Verlängerung der Arbeitszeit und Lohnkürzungen. Herstellung gesellschaftlicher Solidarität durch äussere Bedrohungsszenarien. Preisgabe von Freiheitsrechen unter dem Vorwand von Sicherheitsmassnahmen."

"Am schlimmsten wird es dann, wenn wir nicht einmal mehr den Anspruch haben, zu wissen, was wir tun. Wir laufen der Zukunft nicht hinterher, wir laufen mit."

Lektüreempfehlung

Es wird ja langsam peinlich, wie oft ich an dieser Stelle die Werke von Jürgen Roth über den Klee lobe. Loben muss! Denn der Kerl schreibt schlicht und ergreifend so formidabel, dass man nicht umhin kommt, seine Schriften unablässig zu preisen und möglichst viele potentielle Leser zum Erwerb seiner Schriften zu nötigen, auf dass der werte Herr Roth - in finanzielle Sicherheit gebettet - uns noch lange mit seinem Schaffen beglücken tut.

Deshalb: Husch, husch zum nächsten Kiosk geeilt und die aktuelle Titanic gekauft. Seite 20 aufschlagen und "Was Mist ist" geniessen (leider nicht online). Nur schon für diesen Artikel lohnt sich der Kauf der Titanic, die bekanntlich auch sonst ihr Geld mehr als wert ist.

Kleines Appetithäppchen aus "Was Mist ist":

"Hie das intellektuelle Hochamt, da die televisionäre Dauererniedrigung: Sie gehörten alle gehauen, von morgens bis abends, all die schwerdoofen und -akademischen und parlamentarisch nobilitierten Zu- und Aufrüster, Blendwerker und Nebelwerfer. Und lassen selbstverständlich nicht davon ab, der Debilisierung des Daseins einen weiteren rattenscharfen Schub zu geben ..."

AKW-Propaganda entlarvt

Billiger, sicherer und CO2-freundlicher Strom bis zum St. Nimmerleinstag dank (neuen) AKWs? Mitnichten, wie Bernward Janzing im Taz-Artikel "So bleiben Sie AKW-Gegner" aufzeigt. Zwei Auszüge als "Gluschterli":

"Müsste ein AKW-Betreiber eine Versicherungspolice vorlegen, die alle denkbaren materiellen Unfallschäden abdeckt, wäre (sofern sich überhaupt eine Versicherung fände) die Prämie so hoch, dass der Atomstrom unrentabel würde. Hier haftet also die Gemeinschaft für den vermeintlich billigen Atomstrom."

"Man stelle sich vor, in der letzten Eiszeit hätte es schon Atomkraftwerke gegeben, dann müssten wir heute noch über die Abfälle wachen. Kein Mensch kann garantieren, dass ein geologischer Untergrund, welcher Art auch immer, den Müll über so lange Zeiträume sicher einschließen kann."


(via Sargnagelschmiede)

-----

In den Gehörgängen: N.E.R.D. - Time For Some Action
Zuletzt gelesen: NZZ
Zuletzt geglotzt: Miss Pettigrew Lives for a Day
Aktuelles Lieblingswort: knuffig [alle Lieblingswörter]

Bilderberg-Gruppe und Journalismus

Es ist nicht ganz einfach, über die Bilderberger und ihren Einfluss zu schreiben, ohne gleich in den Topf der Verschwörungstheoretiker geworfen zu werfen. Zwei interessante und relativ nüchterne Artikel zur Bilderberg-Gruppe gibt's heute in der jw. Der eine zur Beeinflussung der teilnehmenden Journalisten/Verleger. Ein kleiner Auszug aus dem abschliessenden Resumé dieses Artikels:

"Letztlich dokumentiert ein Journalist, der sich auf die Teilnahme an diesen Konferenzen einläßt und die dem Ethos des Journalisten entgegenstehenden Regeln der Konferenz akzeptiert, seinen Nichtangriffspakt mit den Herrschenden."

Aus "Nichtangriffspakt mit den Mächtigen".
Und der zwote Artikel: "Die Kulissenschieber".

Nachtrag 15. Juli 2008:
Mehr dazu auch bei LobbyControl.
-----

In den Gehörgängen: Regengeplätscher
Zuletzt gelesen: Medienlese - 6 vor 9
Zuletzt geglotzt: Der Club
Aktuelles Lieblingswort: burschikos [alle Lieblingswörter]

[Tipps] Dubstep-Tipps gibt ...

Irgendwie gschpässig (*), dass man - resp. ich am Donnerstag - ausgerechnet in der "alten Tante" NZZ auf Rezensionen der neusten Dubstep-Scheiben stösst.

In casu: Benga - Diary of an Afro Warrior. Kein schlechtes Album, weissgott, aber meine Lieblings-Werk in CD-Länge stammt immer noch von Skream, wobei es mir insbesondere der Knaller "Midnight Request Line" schwer angetan hat. Schon tausend Mal gehört, aber immer noch begeistert wie beim ersten Mal. Könnte, sollte, nein, ist das Lied des Jahrzehnts.

(*) Für des Schweizerdeutschen Unkundige: merkwürdig

-----

In den Gehörgängen: Skream - Midnight Request Line
Zuletzt gelesen: Tagi-Magi
Zuletzt geglotzt: Harald Schmidt (auf gutem alten VHS-Band)
Aktuelles Lieblingswort: picheln [alle Lieblingswörter]

Mehr Gebsn

Lieblingsworte (Wordie)
Fotos:
www.flickr.com
This is a Flickr badge showing public photos and videos from gebsn. Make your own badge here.
Impressum
Beiträge abonnieren Kontakt per E-Mail

Abonnieren

Beiträge per E-mail


Powered by FeedBlitz

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aktuelle Kommentare

Jaaaaaaaaaaa!
hahahahahaha
Jürg (Gast) - 13. Nov, 06:45
Stimmt, aber
Wer wird denn gleich so faktenfixiert sein.
gebsn - 12. Nov, 09:46
kluggeschissen: Der Stromzähler...
kluggeschissen: Der Stromzähler sieht aus wie...
DJ Brutalo (Gast) - 12. Nov, 09:42
Du sagst es
Was für ein Klangbild.
gebsn - 11. Nov, 09:10
ein zeitloser Klassiker...
...diese Kombination aus Vokal, gefolgt von 4 Konsonanten....
Jürg (Gast) - 10. Nov, 18:35

Archiv

November 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 1 
 2 
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this topic

twoday.net AGB